Schwerelos Laufen – AlterG©

Vor 5 Jahren war das ZfS eine der ersten Einrichtungen in Deutschland, in der das AlterG-Antischwerkraftlaufband in die Rehabilitation integriert wurde. Gerade in der Rehabilitation von Kniepatienten ist es für uns mittlerweile ein unverzichtbares Behandlungstool.
Durch das vielfältige Equipment (u.a. 3-Kamerasystem, Steigungen, unterstütztes exzentrisches Bergablaufen ect.) ergaben und ergeben sich wertvolle neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten.

Entwickelt wurde das AlterG ursprünglich für die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA. Ziel war es, mit Hilfe einer Differenzialdruck-Technologie ein möglichst natürliches Laufen bei reduzierter Schwerkraft zu ermöglichen. So sollten die Astronauten das Laufen in der Schwerelosigkeit trainieren. Der Trainierende trug dabei eine spezielle Neoprenhose und wurde durch einen Überdruck getragen, durch den es schließlich möglich war, das Körpergewicht um bis zu 80% zu reduzieren. Besonders bemerkenswert war dabei, dass das Gang- oder auch Laufbild bei höheren Geschwindigkeiten kaum von einem natürlichen Bewegungsmuster abwich.
Das ist ein sehr wesentlicher und wertvoller Unterschied zu anderen Formen des gewichtsentlasteten Laufens, z.B. das Laufen im Wasser, in Haltegurten oder mit Gehstützen.

Rasch entdeckten medizinische Abteilungen von Profisportvereinen das neue Therapiegerät für sich. Der erste Verein, der das AlterG gezielt in die Rehabilitation verletzter Sportler einband, waren die Washington Wizards, Profibasketballer aus der nordamerikanischen Basketballiga NBA.

Auch im deutschen Profisport erfreute sich das AlterG rasch wachsender Beliebtheit.

Vorreiter waren hier v.a. Vereine der Fußballbundesliga.
Auch für Laufsportler war das AlterG interessant, da sich Geschwindigkeiten von 0 bis 19 km/h und sogar Steigungen einstellen lassen. Laufsportler mit Verletzungen oder Überlastungsschäden konnten so häufig weiter reizwirksam trainieren und einen Abfall ihres Leistungsniveaus verhindern oder zumindest reduzieren.

Untersuchungen der Entwickler des AlterG zeigen: Erhöhe ich z.B. beim Lauftraining/Running für jede 10%-ige Reduktion des Körpergewichtes die Laufbandgeschwindigkeit um ca. 0,96 Kilometer pro Stunde, dann bleibt die Stoffwechselbelastung annähernd gleich.

Mit zunehmender Erfahrung mit diesem neuen Therapiegerät zeigte sich, dass die Einsatzmöglichkeiten weit über die beschleunigte Rehabilitation und ein gelenkschonendes Training von Spitzensportlern hinausgehen.
Insbesondere nach Operationen im Bereich der unteren Extremitäten als z.B. nach Knieoperationen erschließt das Laufband nicht gekannte Möglichkeiten, fast belastungsfrei wieder auf die Beine zu kommen.

Dank der präzisen Gewichtsentlastung ermöglicht das Laufband eine vorgezogene Mobilisation von frisch verletzten oder operierten Patienten. Ausfallzeiten können so signifikant verkürzt werden.
Aber auch vor einer endoprothetischen Versorung hilft das AlterG, die Startbedingungen zu verbessern. Gerade bei endoprothetischer Versorgung der Kniegelenke ist ein ausreichender präoperativer Muskelstatus wichtig, damit postoperativ eine optimale Funktion erreicht werden kann.
Zur Rehabilitation im Wasser zeigen sich in Bezug auf die gang- und lauforientierte Rehabilitation einige Vorteile. Anders als beim Laufen im Wasser muss kein Widerstand überwunden werden. Das trainierte Gangbild zeigt daher größere Nähe zur Zielübung. Zusätzlich kann die Therapie wesentlich früher beginnen, da eine Wundinfizierung durch Keime im Wasser ausgeschlossen werden kann.

Auch für Arthrotiker ergeben sich neue Spielräume. Ohne Schmerzen gehen oder laufen zu können, ist für viele Menschen mit fortgeschrittenem Gelenkverschleiß ein fast unerfüllbarer Wunsch. Viele Arthrotiker können aufgrund der Gewichtsentlastung auf dem Laufband nicht nur gehen, sondern können sogar ein Lauftraining durchführen.

Zunehmende Anwendung findet das AlterG zudem bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie z.B. Parkinson-, Schlaganfallpatienten oder Patienten nach Schädelhirntrauma. Für diese Patienten ist es hilfreich, nahezu belastungsfrei Gang- und Laufbewegungen auszuführen und sich so Stück für Stück wieder ihrem natürlichen Gangbild zu nähern. Laufbewegungen werden dabei von einem Mehrkamerasystem aufgenommen. Über einen Monitor kann der Patient seine Laufbewegungen mitverfolgen und korrigieren.

Verordnung der Behandlung durch einen Arzt:
Bei Patienten mit einer medizinischen Indikation ist ein Lauftraining auf dem AlterG auch im Rahmen einer ärztlichen Verordnung möglich.
Die therapeutische Nutzung des AlterG erfolgt dabei im Rahmen einer Verordnung „KG-Gerät (Krankengymnastik am Gerät)“. Eine solche Verordnung kann sowohl bei Privat- als auch bei Kassenpatienten erfolgen. Liegen bestimmte Diagnosen vor, kann im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung eine Verordnung sogar budgetneutral erfolgen. Frau Lisa Illigens im ZfS berät Sie oder ihren Arzt gerne zu diesem Thema und gibt auf Wunsch entsprechende Hilfestellungen (E-Mail: lisa.illigens@zfs-muenster.der). Im Bereich der privaten Krankenversicherungen haben wir bei Vorliegen entsprechender Diagnosen nur positive Erfahrungen hinsichtlich einer Kostenerstattung gemacht.

Zeiteinheiten/Betreuung/Trainingspläne:
Die Taktung auf dem AlterG erfolgt im 30 Minuten-Takt. Dadurch ergibt sich eine Nettolaufzeit je Einheit von ca. 25 Minuten.
Das Lauftraining auf dem AlterG erfolgt in enger Betreuung durch einen examinierten Physiotherapeuten mit spezieller Schulung für das AlterG-Training. Dieser ist während des gesamten Trainings anwesend. Individuelle Trainingspläne auch für das weitere Training oder die weitere Rehabilitation außerhalb des AlterG-Trainings werden auf Wunsch gerne durch uns erstellt.

INDIKATIONEN UND KONTRAINDIKATIONEN
des AlterG-Antischwerkraftlaufbandes

Indikationen

  • Rehabilitation nach Verletzungen oder Operationen der unteren Extremitäten
  • Ausdauertraining für Personengruppen, für die ein normales Lauftraining aus individuellen Gründen nicht möglich ist
  • Sportspezifische Ausdauerprogramme (z.B. Ergänzungstraining für Leistungssportler)
  • Aktive Regeneration für (Ausdauer-) und sonstige Sportler Geh-, propriozeptiv-koordinatives und Kräftigungstraining bei neurologischen Patienten (z.B. Z.n. Schlaganfall, Z.n. inkompletter Querschnittsverletzung, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose)
  • Stärkung von Muskelkraft und Ausdauer bei älteren Patienten
  • Rehabilitation nach vollständigem Gelenkersatz /Vorbereitung auf den künstlichen Gelenkersatz (Kräftigung der gelenkstabilisierenden Muskulatur bei Patienten, die eine schmerzbedingte Atrophie haben)
  • Bandscheibenprolaps/Spinale Stenose mit Reduktion der schmerzfreien Geh-/Laufstrecke -> Erhalt des muskulären Status
  • Lipolymphödem (in Kombination mit Lymphdrainage und Kompressionstherapie)
  • Knorpelschäden/Arthrosen der unteren Extremitäten
  • Tendinopathien der unteren Extremitäten
  • Degeneratives LWS-Syndrom
  • Arteriosklerotische Veränderungen im Becken- und Beinbereich
  • Gewichtskontrolle und -reduktion
  • Sportliche Neu- und Wiedereinsteiger
  • Gangbild- und Laufbildstörungen sonstiger Ursachen

Vorsicht bei der Anwendung bei Patienten

(hier wird eine vorherige ärztliche Stellungnahme empfohlen)

  • mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen bzw. einer Beeinträchtigung der Atmung und damit einer eingeschränkten Belastungstoleranz
  • Schwangerschaft


Kontraindikationen

  • Instabile Fraktur
  • Kardiovaskuläre Hypotonie


Vorteile des AlterG-Trainings gegenüber herkömmlichen Gang- und Lauftraining z.B. auf dem Laufband:

 

  • durch individuelle Einstellmöglichkeit des Körpergewichtes optimale Anpassung der Belastung an die Belastungsfähigkeit
  • Trainieren ohne Schmerzen, Trainieren in der Frühphase nach Verletzung oder Operation, Trainieren bei Übergewicht, Trainieren trotz körperlicher Einschränkungen
  • durch Feedback-Möglichkeit am Monitor mittels Mehrkamerasystem
  • optimierte Schulung des Lauf- und Gangbildes, verbesserte Kommunikation zwischen Patient und Behandler, direkte Kontrolle von Modifikationen
  • durch sicheren Halt des Patienten im Luftkissen
  • nahezu aufgehobene Verletzungsgefahr, Möglichkeit des Gang- und Lauftrainings auch bei schweren orthopädisch/ unfallchirurgischen oder neurologischen Krankheitsbildern in einem sicheren Umfeld

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