Kreuzbandriss

Die Kreuzbänder gehören neben den Seitenbändern (Innenband und Außenband) zum Bandapparat des Kniegelenkes.
Wir unterscheiden ein vorderes (VKB) und hinteres Kreuzband (HKB). Diese beiden Bänder kreuzen sich im Zentrum des Kniegelenkes. Auf diese Kreuzung geht auch ihre Namensgebung zurück. Sie bestehen aus straffen, kollagenen Fasern und sorgen unter anderem für eine Stabilisierung des Schienbeines gegenüber dem Oberschenkelknochen, um z.B. ein Nachvorne- und Nachhinten-Verschieben zu limitieren.

Wie häufig ist ein Kreuzbandriss und wie entsteht er?
40% der behandlungsbedürftigen Kniegelenksverletzungen sind Bandverletzungen, davon sind ca. 2/3 Kreuzbandverletzungen.

Das vordere Kreuzband reisst dabei deutlich häufiger als das hintere Kreuzband; in aktuellen Studien liegt das Verhältnis in Deutschland bei 14:1.
Schätzungen zufolge reisst in Deutschland ca. alle 6,5 Minuten ein Kreuzband.

Viele Patienten haben die Vorstellung, dass einem Kreuzbandriss ein schwerer Unfall vorrausgegangen sein muss. Das ist häufig nicht der Fall. Viele Kreuzbandriss entstehen bei, von außen betrachtet, leichten Traumen wie dem Verdrehen des Kniegelenkes im Rahmen eines Richtungswechsels beim Rennen oder Landen. Häufig kommt es dabei zu einem Verdrehen des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel während der Lastaufnahme.

Kann man einem Kreuzbandriss vorbeugen?

Bestimmte Faktoren konnten in Studien identifiziert werden, die das Risiko eines Kreuzbandrisses erhöhen?

  • Kraftunterschiede zwischen den Beinen (Kraftunterschiede >15% führen zu einem signifikanten Anstieg)
  • vermehrte X-Bein-Stellung des Kniegelenkes beim Landen, v.a. wenn die X-Bein-Stellung asymetrisch ist (Unterschied links-rechts)
  • Rumpfinstabilität
    (Vgl. Paterno 2010)

Eine gezielte Vorbereitung und ein begleitendes Ergänzungstraining mit Kraft- und propriozeptivem Fokus kann dazu beitragen, das individuelle Risiko zu minimieren.

Andere Faktoren wie Risikobewußtsein, Equipment, hormonelle Faktoren oder Fairplay lassen sich schlechter in einen zahlenmäßigen Kontext stellen. Es ist aber sicher nützlich, auch solche Faktoren in der eigenen Risikominimierung zu berücksichtigen.

Wie wird ein Kreuzbandriss behandelt?

Prinzipiell lässt sich ein Kreuzbandriss operativ und konservativ (=nicht-operativ) behandeln.
Operiert werden vor allem

  • jüngere Patienten
  • sportlich-aktive Patienten oder Patienten, die bestimmte Sportarten wie z.B. Fußball, Ski oder Tennis weiterhin betreiben möchten
  • Patienten mit Begleitverletzungen, wie z.B. einem Meniskusriss, der ohnehin operativ versorgt werden muss

Je älter der Patient ist, je eher er bereit ist, auf bestimmte Sportarten zu verzichten und je motivierter der Patient ist, dauerhaft mit begleitenden Übungen für eine muskuläre Stabilität zu sorgen, umso eher kann ein Patient auch konservativ behandelt werden.

Wie sieht die Nachbehandlung nach einer Kreuzband-Operation aus?

In den ersten 2 Wochen trägt der Patient eine starre Schiene und teilbelastet das Kniegelenk mit ca. 20 kg.
Bewegungsübungen aus der Schiene heraus erfolgen ab dem 2. Tag nach der Operation. So wird rasch eine Beweglichkeit für die Streckung/Beugung von 0-0-90° erreicht.
Nach 2 Wochen wird die Belastung kontinuierlich gesteigert, so dass die meisten Patienten nach ca. 4 Wochen ohne Unterarmgehstützen gehen können.
Außerdem erfolgt nach 2 Wochen der Wechsel auf eine bewegliche Schiene, die für weitere 4 Wochen getragen wird.
6 Wochen nach der Operation kann auch diese bewegliche Schiene weggelassen werden.
Nach Ablauf der ersten 6 Wochen werden Kräftigungsübungen intensiviert und mit propriozeptivem Training kombiniert.
Die nun folgende intensive Rehaphase läuft je nach individuellem Anspruch zwischen 6 Wochen und 6 Monaten.
„Risiko-Sportarten“ wie Fußball, Handball oder Skifahren sollten erst nach 12 Monaten wiederaufgenommen werden. Eine verfrühte Wiederaufnahme solcher Sportarten ist verlockend, da viele Patienten nach 3 Monaten das Gefühl haben, einer solchen Belastung gewachsen zu sein. Beispiele prominenter Sportler zeigen leider ebenso wie diesbezügliche Studien, dass eine verfrühte Rückkehr in Risikosportarten mit einem erhöhten Reruptur-Risiko einhergeht.
Sehr erfreulich sind die sehr guten funktionellen Ergebnisse nach einer Kreuzbandplastik. Sie sind die Grundlage dafür, dass zahlreiche (Leistungs-) Sportler ihr Ausgangsniveau erreichen.

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